Abgasführung bei Brennwertkesseln
21 Jul

Bei jedem Brennwert-Heizgerät entstehen im Zuge des Heizprozesses Abgase. Diese müssen durch gezielte Abführung gefahrlos ins Freie befördert werden. Dabei sind zusätzlich die erforderlichen Brandschutzanforderungen einzuhalten. Doch welche genauen Möglichkeiten haben Eigentümer bei der Abgasführung von Brennwertkesseln und was ist der Unterschied zu konventionellen Heizkesseln?

Die Unterschiede

 

1)    Abführung mit Überdruck:
Die Abgase eines Brennwertheizkessels weisen geringere Temperaturen auf. Normalerweise steigen die warmen Abgase den Schornstein aufgrund ihrer geringeren Dichte gegenüber der kälteren Luft automatisch den Schornstein hinauf. Jedoch weisen die Abgase eines Brennwertheizkessels geringere Temperaturen auf. Deshalb funktioniert die sogenannte Thermik bei Brennwertheizkesseln nicht. Stattdessen führt man ihre Abgase mit Hilfe von Überdruck, in Form von Gebläsen, ab.


2)
    Restbestand an Wasserdampf:
Besonders an der Brennwerttechnik ist ein Abgaswärmetauscher. Er kühlt die heißen Abgase herunter sobald diese mit dem Wärmetauscher in Berührung kommen. Beim Absinken der Temperatur nimmt das Abgas einen tröpfchenförmigen Zustand an – es beginnt zu kondensieren. Dieser Prozess setzt in den Abgasen enthaltende Wärmeenergie, die sogenannte Kondensationswärme, frei. Der Wärmetauscher überträgt diese zusätzliche Energieausbeute, auch als Brennwerteffekt bekannt, an den Heizungsrücklauf. Auf diese Weise wird es für den Kessel möglich dieses zusätzliche Plus an Energie zu nutzen.

Aufgrund der entstehenden Kondensation ist es jedoch äußerst wichtig, auf die ausreichende Feuchtigkeitsbeständigkeit der Abgasrohre zu achten!


Was ist zu beachten?
Gasfeuerstätten müssen noch innerhalb derselben Etage, in der Sie aufgestellt sind, an einen Schornstein bzw. dessen Abgasrohr angeschlossen sein. Bei raumluftunabhängigen Gas-Brennwertgeräten, das bedeutet die Verbrennungsluft wird von außen zugeführt, kann die Abgasführung zum Schacht durch Abgas-/ Zuluft-Rohre erfolgen. Innerhalb des Schornsteins wird die Abgasführung dann durch feuchtigkeitsunempfindliche Rohre, welche beispielsweise aus Kunststoff bestehen, durchgeführt. Innerhalb von Gebäuden sind Abgasanlagen innerhalb von Schächten zu verlegen. Dabei sind die Brandschutzanforderungen zu beachten. In „alten“ gemauerten Schornsteinschächten könnten im Allgemeinen immer Abgasanlagen installiert werden. Schlussendlich entnimmt Ihr Brennwertkessel die Verbrennungsluft aus dem Spalt zwischen Schacht und Abgasleitung und führt das Abgas durch die Leitung ins Freie.

 

Abgasführung bei Brennwertkesseln

Abgasführung bei Brennwertkesseln


Wie ermitteln Verbraucher die Größe und Länge des Abgasrohres, bzw. Schachts?
Durchmesser sowie Länge Ihres Abgasrohres ergibt sich aus der Heizleistung Ihres Brennwertgerätes. Die Mindestanforderungen des Schachtinnenmaßes richtet sich nach dem Durchmesser des Abgasrohres.

Zur Veranschaulichung: Der Abstand zwischen den Außenwandungen der Abgasleitung (bzw. evtl. vorhandener Muffen oder Dämmungen) und der Innenseite eines quadratischen Schachtes sollte 2 cm betragen. Ist der Schacht rund, so liegt der Mindestabstand bei 3 cm.

Info:
Liegen zwei Schächte nebeneinander, einer für die Brennwertanlage, einer für den Kaminofen, so sind die Mündungen so auszuführen, dass keine Rauchgase vom Kaminofen in die Zuluftversorgung der Brennwertanlage gelangen. Ebenso dürfen heiße Abgas des Kaminofens nicht die Mündung der Brennwertanlage schädigen.

 

 

 

 

Was tun, wenn der Schacht nicht den Anforderungen entspricht?
Sollte kein entsprechender Schornstein vorhanden sein, so ist ein nachträglicher Einbau kein Problem. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten des Erwerbs von bauaufsichtlich zugelassenen Schachtsystemen. Aber Vorsicht: die Platzierung des Schornsteins in die Ecke des Hauses und die damit verbundene Nutzung der Hauswände als Teil des Schachtes, ist nicht zulässig. Diese Lösung würde sowohl entgegen der Feuerverordnung (FeuVo), als auch der Vertragsordnung für Bauleistungen sprechen.

Weitere Infos zu Gas- und Ölbrennwertkesseln erhalten Sie im Kesselheld Ratgeber.

 

Wer überprüft den sachgerechten Prozess der Abgasführung?
Die bauaufsichtliche Zulassung wird per Leistungserklärung (DoP) vom Hersteller abgedeckt. Gegenfalls müssen Installationsschacht und Aufstellraum den Feuerwiderstandsklassen (F90/ F30) genügen. Die Abnahme des Schachtes erfolgt durch den Schornsteinfeger. Dieser bescheinigt die sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage. Es ist besser und wichtig den Schornsteinfeger noch vor der Montage überprüfen zu lassen, ob der Schacht überhaupt für die Abgasführung geeignet ist und in wie fern eine Abgasführung installiert werden kann. So vermeiden Sie doppelte Kosten, um eine Fehlmontur ausbessern zu lassen. Um die Überprüfung nachzuhalten, können Sie sich diese per Formblatt aktenkundig machen.

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